Die Leuchtstoffröhre ist eine Gasentladungslampe, die innen mit einem fluoreszierenden Leuchtstoff beschichtet ist. Als Gasfüllung dient als aktives Medium Quecksilberdampf (zusätzlich meist noch Argon), wodurch hauptsächlich ultraviolettes Licht abgestrahlt wird. Dieses wird von der Leuchtstoff-Beschichtung in sichtbares Licht umgewandelt.
Irrtümer
Leuchtstofflampen werden im Volksmund oft fälschlicherweise als Neonröhren bezeichnet, obwohl sie kein Neon, sondern Quecksilberdampf und als Edelgas das wesentlich häufigere und billigere Argon enthalten.
Eine ebenso verbreitete falsche Annahme ist, dass Leuchtstofflampen beim Einschalten so viel Energie verbrauchen würden wie bei einem mehrstündigen Betrieb.
Die Energie ist jedoch sehr gering - der Startvorgang ist nur Sekundenbruchteile lang und die aufgenommene Wirkleistung ist dabei nicht höher als im Betrieb.
Leuchtstofflampen eignen sich jedoch nur bedingt für wiederholte Schaltvorgänge, eine solche Betriebsweise verschleißt die Kathoden.
Plasma
Beim Einschalten wird jeweils eine hohe Zündspannung angelegt, um die Gasfüllung der Leuchtstoffröhren zu ionisieren. Dadurch wird das Gas elektrisch leitfähig. Es entsteht ein so genanntes Plasma als vierter Aggregatzustand, welches so lange erhalten bleibt, wie die von der Röhrenlänge abhängige Brennspannung erhalten bleibt.
I.d.R. lohnt es sich finanziell, Leuchtstoffröhren nicht auszuschalten, wenn sie in weniger als 10-15 Minuten wieder eingeschaltet werden.
Lichtausbeute
Alle Leuchtstoffröhren erreichen erst einige Zeit nach dem Einschalten ihre volle Leuchtkraft.
Leuchtstoffröhren haben eine hohe Lichtausbeute von ca. 80 lm/W (sprich: Lumen pro Watt; zum Vergleich: Glühlampe: weniger als 20 lm/W) und damit einen niedrigeren Energiebedarf. Die neue Generation des Typs T5 kommen sogar auf bis zu 104 lm/W. Leuchtstofflampen sparen somit gegenüber Glühlampen 75 bis 80% Energie ein.
Leuchtdauer
Leuchtstoffröhren zeichnen sich durch eine sehr lange Lebensdauer aus, die durch die Adsorption des Quecksilbers an den Lampenkomponenten und durch die Lebensdauer der Kathoden begrenzt ist. Eine normale Leuchtstofflampe erreicht eine Nutzleuchtdauer von 18.000 Stunden (zum Vergleich: konventionelle Glühlampen haben eine Standzeit von etwa 1.000 Stunden). Nach dieser Zeit sollten die Röhren ausgetauscht werden, da sie weniger als 80% des ursprünglichen Leuchtstromes aussenden. In dieser Zeit haben sich diese Lampen allerdings durch die reduzierten Stromkosten mehrfach bezahlt gemacht. Neue Leuchtstofflampen des Typs T5 können bis zu ihrem Lebensende (Verschleiß der Kathoden) betrieben werden, da sie während ihrer Lebenszeit nie unter 80% des ursprünglichen Leuchtstromes kommen.
Farbe
Grob teilt man die weißen Leuchtstoffröhren in warmweiß (Warm White), neutralweiß (White/Cool White) und tageslichtweiß (Daylight) ein. In vielen Anwendungsfällen bilden die neutral weißen Lampen einen guten Kompromiss, die tageslichtähnlichen haben Vorteile bei gleichzeitigem Tageslichteinfall, wogegen die warmweißen sich mit Glühlampenlicht besser vertragen.
Leuchtstofflampen mit Standardleuchtstoffen haben neben dem Vorteil eines günstigen Preises aber den großen Nachteil einer schlechten Farbwiedergabe bei relativ geringer Lichtausbeute.
Deutlich verbessert im Hinblick auf die Farbwiedergabe und den erzielten Lichtstrom sind die sogenannten 'Drei-Banden-Leuchtstofflampen'. Hierbei besteht die Leuchtstoffbeschichtung aus einer Mischung von drei Leuchtstoffen, die im roten, grünen und blauen Bereich des sichtbaren Spektrums relativ scharfbandige Emissionen zeigen und deren Spektren sich entsprechend dem Prinzip der additiven Farbmischung in der Lampe zu weißem Licht addieren.
Die beste Farbwiedergabe haben sogenannte Vollspektrum-Leuchtstofflampen - hier treten die geringsten Farbverfälschungen auf. Das Spektrum ist tageslichtähnlich und fast ebenso kontinuierlich. Dies wird durch Einsatz von mindestens vier unterschiedlichen Leuchtstoffen erreicht.
Die Lichtfarbe der Lampen ist für die Raumqualität mit von Bedeutung. In einem Raum sollte stets die gleiche Lichtfarbe eingesetzt werden.
Recycling
Das Quecksilber in Leuchtstoffröhren ist giftig für Mensch und Umwelt, die Beschichtung der Röhre ebenfalls. Zudem sind die verwendeten seltenen Erden relativ teuer und können zurückgewonnen werden, weshalb ausgediente Leuchtstoffröhren unbedingt zu einem Händler gebracht werden sollten, der auch solche verkauft. Alternativ können die Röhren in größeren Recyclinghöfen zurückgegeben werden.
Standardisierung
Der Röhrendurchmesser von Leuchtstofflampen ist standardisiert: T2 = 7mm, T3 = 9mm, T4 = 13mm, T5 = 16mm, T8 = 26mm, T9 = 30mm, T12 = 38mm.
Die Zahl nach dem Buchstaben "T" steht dabei für Achtel Zoll (engl. inch). Eine T5-Röhre hat also einen Durchmesser von 5/8 inch, was etwa 16mm entspricht.